Wie Wirkt Sich Alkohol Auf Den Schlaf Aus?

Alkohol und Schlafprobleme sind keine guten Freunde. Oder vielleicht doch? Diese Frage habe auch ich mir gestellt, nachdem ich gestern nach einem Bier zu viel wach im Bett gelegen habe. Darum habe ich mich etwas informiert, um für mich etwas licht in das dunkel zu bringen. Was ich herausgefunden habe und was man daraus lernen kann, möchte ich hier teilen.

Wie wirkt sich Alkohol auf den Schlaf aus? Alkohol kann tatsächlich beim Einschlafen helfen. Alkohol ist ein sogenannter Downer, er setzt die Gehirntätigkeit herab und lässt uns den Stress des Tages vergessen, wodurch wir leichter einschlafen können. Dafür ist unser nächtlicher Schlaf durch den Alkohol unruhig und man wacht häufiger auf. Schlafstörungen können entstehen. Zudem ist der Alkoholkonsum in großen Mengen sehr gefährlich, darum ist von Alkohol als eine Art Schlafmittel, ganz besonders langfristiger, dringend abzuraten.

Möchte man dennoch nicht auf Alkohol verzichten und trotzdem nachts gut schlafen können, sollte man einige Dinge dringend beachten. Auch weiteren Verbindungen zwischen Alkohol und dem Schlaf möchte ich hier noch weiter auf den Grund gehen. Als gerade 20-Jähriger Student bin ich dem Alkoholkonsum natürlich auch nicht gerade fern und versuche auch hier, den ein oder anderen Tipp aus eigener Erfahrung mitzugeben.

Alkohol und Schlafen. Eine gute Kombination?

Alkohol kann beim Einschlafen tatsächlich helfen. Alkohol ist ein Downer und ist daher Muskelentspannend, macht einen müde, dämpft den natürlichen Antrieb und sengt unsere Gehirntätigkeit. Andere Downer sind zum Beispiel Schlaf- und Beruhigungsmittel, Cannabis oder auch Heroin und Codein. All diese Dinge können uns dabei helfen, besser und schneller einzuschlafen. Dieser Vorteil kommt nur leider mit vielen Konsequenzen.

So kann der Konsum von Alkohol Schlafstörungen entstehen lassen. Man schläft unruhiger und wacht öfter auf. Wenn man versucht, den hohen Konsum an Alkohol und den dadurch entstehenden Alkoholbrand mit viel Wasser zu löschen, so hat man schnell eine Dauerkarte auf der Toilette gebucht. Und am nächsten Morgen fühlt man sicher leider auch selten besser: Der Alkohol hat den Körper ausgetrocknet, man wacht erschöpft und müde wieder auf. Ein gesunder und langer Schlaf ist nach einem hohen Alkoholkonsum nicht mehr möglich. Die Quittung für die Nacht in der Bar bekommt man sogleich am nächsten Morgen in Form des allseits bekannten Katers.

Frauen erwischt es dabei auch schwerer als die Männer. Bei der gleichen Menge an Alkohol hat der Körper einer Frau noch mehr zu Kämpfen als der Körper eines Mannes. Daraus resultiert ein noch leichterer und weniger erholsamer Schlaf.

Auch ist es oft ein Problem, mit was der Alkohol zusammen konsumiert wird. Schlechte Kombinationen sind Alkohol und Zucker und natürlich Koffein. Den Alkohol mit einem Energiedrink, Cola und einem Eistee zu mischen ist also auch keine gute Idee. Koffein ist, wie die meisten sicher wissen, nicht sehr förderlich, wenn es ums Thema Einschlafen geht und sollte viele Stunden vor dem Schlafengehen bereits vermieden werden.

Wie man trotz Alkoholkonsum gut Schlafen kann

Trotzdem möchte man manchmal einfach nicht auf einen spaßigen Abend mit den Freunden verzichten. Man weiß, das es einem nicht gut tut und es graut schon vor dem morgen danach, aber manchmal ist das ein Preis, den man zu zahlen bereit ist. Solange diese Abende nicht zur Gewohnheit werden ist das auch generell vertretbar.

Ein paar Tipps gibt es natürlich, um Nachts trotzdem gut durchzuschlafen und am nächsten Morgen zumindest nicht komplett einmal durch den Fleischwolf gedreht worden zu sein. Achten sollte man auf folgende Dinge:

  • Vor dem Trinken gehen sollte man etwas Herzhaftes, fettiges essen. Dann gelangt der Alkohol nicht so schnell in den Blutkreislauf und der Alkoholspiegel steigt nicht so schnell an. Das beugt dem Kater am nächsten Morgen vor.
  • Wasser, Wasser, Wasser. Aus meiner Erfahrung hilft weniges so viel, wie eine große Flasche Wasser, wenn man etwas zu viel getrunken hat. Eine Flasche noch am Abend und eine am morgen danach kann manchmal Wunder wirken und ich bereue es immer, wenn ich diesen Punkt nicht einhalte. Dies verhindert das Austrocknen des Köpfers durch den Alkohol und kann uns nachts besser schlafen lassen und den Kater am morgen danach bekämpfen. Das ist es meistens auch Wert, wenn man dann doch mal nachts auf die Toilette muss.
  • Wenn möglich sollte der Alkoholkonsum in einem geregelten Rahmen bleiben. Es empfiehlt sich, nicht mehr als 2 Gläser pro Tag zu trinken, Frauen am besten sogar nur 1 Glas am Tag. Wenn es sich vermeiden lässt sollte der Konsum kurz vor dem Schlafen gehen eingeschränkt oder am besten sogar eingestellt werden. Empfohlen wird es, mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts Alkoholisches mehr zu trinken.
  • Unabhängig vom Alkoholkonsum kann eine gute Schlafumgebung sich Schlaf fördernd auswirken. Das Schlafzimmer sollte ruhig, kühl (am besten zwischen 15 °C und 18 °C) und dunkel sein.

Alkohol als Schlafmittel – keine gute Idee

Wobei es wirklich Gefährlich werden kann und wo zu ganz großer Vorsicht geraten wird, ist der Konsum von Alkohol in Kombination mit Schlafmitteln und Schmerzmitteln. Diese beiden Mittel können den Effekt haben, dass die Wirkung des Alkohols sich vervielfacht. Der Blutdruck kann stark abfallen, die Atmung kann beeinträchtigt werden und die Körpertemperatur kann absinken. Daraus können eine reihe ernster gesundheitlicher Konsequenzen entstehen.

Die genaue Wirkung der unterschiedlichen Schlaf- und Schmerzmittel in Kombination mit dem Alkohol muss im Einzelfall selbst etwas nachgeforscht werden. Auch kann ein Arzt als Beratung gefragt werden. Generell gilt jedoch: Wenn man Schlafmittel oder Schmerzmittel zu sich nimmt, ist von Alkoholkonsum jeglicher Art sehr abzuraten.

Man sollte also rechtzeitig entscheiden, was einem an diesem Tag wichtiger ist: Wirft man sich lieber noch eine Schmerztablette ein da man ansonsten den Tag nicht übersteht oder kann man auf die Tablette verzichten und geht lieber abend mit seinen Freunden etwas trinken

Was stattdessen beim Schlafen hilft

Der Plan, Alkohol als Schlafmittelchen zu verwenden ist also kein besonders guter. Die Nebenwirkungen und die Probleme, die damit einhergehen, sind einfach viel zu groß. Was kann man also sinnvolles tun, anstatt abends zu Flasche zu greifen? Folgende Dinge helfen zuverlässig, ohne Nebenwirkungen beim Einschlafen:

  • Es hilft, etwas Entspannendes zu tun, kurz bevor man in die Welt der Träume fallen möchte. Zu den Klassikern gehört es, ein Buch zu lesen oder etwas entspannte Musik anzumachen.
  • Auch kann man sein Glück einmal mit einem ASMR Video versuchen, wenn man damit noch keine Erfahrungen gemacht hat. Ich habe dazu bereits einen längeren Artikel geschrieben, in dem ich genauer erkläre, um was es sich bei ASMR Videos handelt und wie diese beim Einschlafen helfen können. Zu diesem Artikel geht es hier
  • Vermieden werden sollte dagegen das Schauen auf einen Bildschirm, alle möglichen sportlichen Aktivitäten, alles was unser Gehirn zu sehr belasten könnte oder sonstige emotional anspruchsvolle Dinge.
  • Wer gerne etwas trinken möchte hat hier reichlich Auswahlmöglichkeiten. Wer kein schlichtes Wasser trinken möchte, kann zum Beispiel einen Tee trinken (Achtung: auf jeden Fall ohne Koffein) oder sich eine warme Milch mit Honig machen.
  • Auch auf die bereits angesprochene Schlafumgebung sollte geachtet werden. Es gilt: kühl, kalt und dunkel.
  • Man kann auch ein paar ganz alte Methoden mal wieder testen. Die Schäfchen wollen schließlich gezählt werden.

Ein längerer Artikel mit allen möglichen Einschlafhilfen möchte ich hier auch noch in naher Zukunft veröffentlichen. Diesen werde ich dann in Zukunft hier verlinken.

Verwandte Fragen:

Kann ich Nachtschweiß durch den Alkoholkonsum bekommen? Ja, eine der gängigen Ursachen für übermäßig starkes schwitzen in der Nacht (neben vielen anderen wie zum Beispiel Krankheiten oder Medikamente) kann der Konsum von Alkohol sein. Akut gibt es nur weniges, was man dagegen tun kann, man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die sonstige Schlafumgebung gut ist. Sollte das nächtliche Schwitzen häufiger auftreten sollte ein Besuch beim Arzt in Erwägung gezogen werden.

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